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EDI-Glossar: Begriffe von A bis Z

Dieses EDI-Glossar erklärt 50 Begriffe, die in EDI-Leitfäden, Angeboten und Gesprächen mit Kunden immer wieder vorkommen. Wo ein Thema mehr Raum braucht, führt ein Link auf die passende Wissensseite. Wer ganz am Anfang steht, liest zuerst Was ist EDI?. Was edi-service.eu davon abdeckt, steht in den häufigen Fragen; zu Ihrem konkreten Fall können Sie eine Anfrage stellen.

Stand 18.10.2026 · fokus it solutions, Jens Musleh

A bis D

ANSI X12

ANSI X12 ist die amerikanische Normenfamilie für EDI, entwickelt von der Organisation X12, die vom American National Standards Institute (ANSI) akkreditiert ist. Der Zweck ist derselbe wie bei EDIFACT. Nachrichten und Syntax unterscheiden sich aber.

APERAK

APERAK ist die EDIFACT-Nachricht, mit der der Empfänger bestätigt, dass seine Anwendung eine Nachricht erhalten hat, und Fehler bei der Verarbeitung meldet. Sie prüft also den Inhalt, etwa eine unbekannte Artikelnummer, nicht die Syntax.

AS2

AS2 (Applicability Statement 2) ist ein Übertragungsweg, der Geschäftsdaten über HTTP sendet und sie mit S/MIME signiert und verschlüsselt. Festgelegt ist er in RFC 4130 von 2005. Mehr dazu unter AS2 erklärt.

AS4

AS4 ist ein OASIS-Standard von 2013, der den Austausch von Geschäftsdokumenten über Web Services regelt. Technisch ist er ein Profil von ebMS 3.0 und übernimmt nach eigener Beschreibung die einfachen Grundsätze von AS2.

Clearing-Center

Ein Clearing-Center ist ein EDI-Dienstleister, der Nachrichten zwischen Ihnen und Ihren Partnern übersetzt und weiterleitet. Abgerechnet wird meist je Partner und Nachrichtenart, oft mit einer einmaligen Einrichtungsgebühr für jede neue Verbindung. Preise im Vergleich stehen unter Was kostet EDI?.

CONTRL

Mit CONTRL bestätigt der Empfänger eine EDIFACT-Übertragung auf Syntaxebene oder lehnt sie mit Fehlerangabe ab. Ob er das tun soll, legt der Absender im UNB-Segment fest.

DELFOR

DELFOR ist die EDIFACT-Nachricht für Lieferpläne: Der Käufer teilt dem Lieferanten kurzfristige Liefertermine und mittel- bis langfristige Bedarfsvorschauen mit. In der Automobilindustrie ersetzt sie den Lieferabruf nach VDA 4905.

DELJIT

DELJIT steht für Just-in-time-Abrufe in EDIFACT, also kurzfristige, genau getaktete Lieferanforderungen. Wie die Automobilindustrie sie einsetzt, beschreibt der VDA in der Empfehlung 4985.

DESADV

DESADV ist das Lieferavis: eine Nachricht mit den Einzelheiten einer versandten oder versandbereiten Lieferung, also Packstücke, Artikel und Mengen. Mehr unter EDI-Nachrichtenarten.

DUNS-Nummer

Die DUNS-Nummer ist eine neunstellige Kennung für Unternehmen, die Dun & Bradstreet vergibt. Manche Partner nutzen sie als Firmenkennung.

E bis H

EANCOM

EANCOM ist eine Teilmenge (Subset) von EDIFACT, die GS1 für Handel und Konsumgüter pflegt. Die aktuelle Fassung EANCOM 2002 beruht auf dem EDIFACT-Verzeichnis D.01B, die Vorgängerfassung von 1997 auf D.96A.

EDI

EDI (Electronic Data Interchange) ist der elektronische Austausch strukturierter Geschäftsdaten nach vereinbarten Nachrichtenstandards. Bestellungen, Lieferavise und Rechnungen gehen dabei direkt von System zu System statt als PDF oder Papier. Einstieg: Was ist EDI?.

EDIFACT

EDIFACT ist der Standard der Vereinten Nationen für EDI über Branchen- und Ländergrenzen hinweg. Er legt die Syntax fest und veröffentlicht Verzeichnisse mit Nachrichten wie ORDERS oder INVOIC, zum Beispiel D.96A oder D.01B. Aufbau und Beispiele: EDIFACT erklärt.

EERP

EERP (End to End Response) ist die Empfangsbestätigung in OFTP2: Sie teilt dem Absender mit, dass eine Datei ihr Ziel erreicht hat. Danach kann der Absender seine Kopien aufräumen.

EN 16931

EN 16931 ist die europäische Norm für elektronische Rechnungen, erarbeitet vom Europäischen Komitee für Normung (CEN) im Auftrag der EU-Kommission. Nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums ist eine Rechnung, die diese Norm erfüllt, eine E-Rechnung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes.

ERP

Ein ERP-System (Enterprise Resource Planning) ist die betriebliche Software für Aufträge, Lager, Einkauf und Buchhaltung. Am ERP beginnt und endet jede EDI-Anbindung, siehe EDI an das ERP anbinden.

GLN

Die GLN (Global Location Number, früher ILN) ist eine 13-stellige Nummer von GS1, die Unternehmen, Standorte oder Abteilungen eindeutig bezeichnet. In EANCOM-Nachrichten identifiziert sie Käufer, Lieferant und Lieferort. Mehr unter GLN und andere Kennungen.

Global DELFOR und Global DESADV

Global DELFOR (VDA 4984) und Global DESADV (VDA 4987) sind die EDIFACT-basierten Empfehlungen des VDA für Lieferabrufe und Lieferavise. Sie lösen die älteren Flatfile-Formate VDA 4905 und VDA 4913 ab. Details: VDA und Global Standards.

GTIN

Die GTIN (Global Trade Item Number, früher EAN) ist die Artikelnummer von GS1 für Waren und Dienstleistungen, die bestellt, ausgepreist oder berechnet werden.

I bis O

IDoc

Ein IDoc (Intermediate Document) ist das Austauschformat von SAP: ein Container aus Kopfsatz, Datensegmenten und Statussätzen. SAP beschreibt IDocs als Standardschnittstelle für den Datenaustausch mit Fremdsystemen, deshalb werden EDI-Nachrichten für SAP oft in IDocs übersetzt.

Interchange

Ein Interchange ist eine Übertragung im EDIFACT-Format, die mit UNB beginnt, mit UNZ endet und dazwischen eine oder mehrere Nachrichten enthält, so wie ein Briefumschlag mehrere Schreiben an denselben Empfänger.

INVOIC

INVOIC ist die EDIFACT-Rechnung. Richtig gekennzeichnet, dient dieselbe Nachricht auch als Gutschrift oder Belastungsanzeige.

Kennung und Qualifier

Eine Kennung bezeichnet Absender oder Empfänger, ein Qualifier sagt, aus welchem System die Kennung stammt. Im UNB-Segment steht zum Beispiel 9520000000011:14: die GLN (fiktiv) und dahinter der Qualifier 14 für GS1.

Lieferabruf

Ein Lieferabruf ist die verbindliche Abrufmenge mit Terminen, die ein Hersteller aus einem Rahmenvertrag beim Lieferanten abruft, oft ergänzt um eine Vorschau. Elektronisch läuft er über VDA 4905 oder DELFOR.

Mapping

Ein Mapping ist die Übersetzungsregel zwischen zwei Formaten, zum Beispiel von EDIFACT ORDERS in die Auftragsschnittstelle Ihres ERP. Für jede Kombination aus Partner, Nachrichtenart und Richtung gibt es eines. Ändert ein Partner sein Format, muss das Mapping nachziehen. Sonst bricht die Verarbeitung ab.

MDN

Die MDN (Message Disposition Notification) ist die Empfangsquittung in AS2. Ist sie signiert, belegt sie, dass genau diese Nachricht unverändert beim Partner angekommen ist.

Message Implementation Guide

Ein Message Implementation Guide (MIG), auf Deutsch EDI-Leitfaden, beschreibt, wie ein Partner eine Norm konkret anwendet: welche Segmente Pflicht sind, welche Codes gelten, welche Kennungen er erwartet. Worauf Sie achten sollten, steht in der Checkliste zum EDI-Leitfaden.

Odette

Odette International ist eine Organisation der Automobilindustrie, die Standards, Werkzeuge und Dienste für die Lieferkette bereitstellt. Sie pflegt unter anderem OFTP2 und die Odette-ID.

Odette-ID

Die Odette-ID ist eine weltweit eindeutige Kennung von Odette, anerkannt nach ISO/IEC 6523 und ISO/IEC 15459. Der OFTP Code daraus bezeichnet einen OFTP2-Server und dient immer als Start Session ID (SSID), oft auch als Start File ID (SFID).

OFTP2

OFTP2 ist das Übertragungsprotokoll der Automobilindustrie, beschrieben in RFC 5024 von 2007. Es überträgt Dateien über das Internet mit TLS, Dateiverschlüsselung, Signaturen und Ende-zu-Ende-Quittung; verschlüsselte Verbindungen nutzen Port 6619. Mehr dazu unter OFTP2 erklärt.

ORDERS

ORDERS ist die EDIFACT-Bestellung: Sie beschreibt Waren oder Leistungen, die zu vereinbarten Bedingungen bestellt werden.

ORDRSP

Auf eine ORDERS antwortet der Lieferant mit ORDRSP, der Bestellbestätigung. Er kann damit den Auftrag annehmen, ablehnen oder Änderungen vorschlagen, zum Beispiel bei Menge oder Termin.

P bis S

Peppol

Peppol ist ein Netzwerk mit einheitlichen Regeln und Dokumentformaten für elektronische Rechnungen und Bestellungen. Teilnehmer senden und empfangen über einen zugelassenen Peppol-Dienstleister; ein eigenes Portal ist Peppol nicht. Abgrenzung zu EDI: EDI, Web-EDI und E-Rechnung.

PRICAT

Über PRICAT, den Preis- und Artikelkatalog in EDIFACT, schickt der Verkäufer Artikelstammdaten und Preise an den Käufer. Häufig geschieht das, bevor die erste Bestellung kommt.

RECADV

Mit RECADV, der Wareneingangsmeldung, bestätigt der Empfänger den Erhalt einer Lieferung. Weicht die Ware vom Lieferavis oder von der Bestellung ab, meldet er das in derselben Nachricht.

Segment

Ein Segment ist eine Datenzeile in einer EDIFACT-Nachricht, eingeleitet durch ein Kürzel aus drei Buchstaben, zum Beispiel NAD für Namen und Adressen oder DTM für Datumsangaben. Das Zeichen ' schließt ein Segment ab.

SFTP

SFTP (SSH File Transfer Protocol) überträgt Dateien verschlüsselt über eine SSH-Verbindung. Für EDI ist es ein einfacher Weg ohne eigene Empfangsquittung; Kennung ist hier der Benutzer, nicht eine EDI-Adresse. Vergleich der Wege: Übertragungswege.

SSCC

Der SSCC (Serial Shipping Container Code, in Deutschland NVE) ist die GS1-Nummer einer Versandeinheit, etwa einer Palette oder eines Pakets.

Subset

Ein Subset ist ein Ausschnitt aus einer Norm, den eine Branche oder Organisation festlegt, damit ihre Mitglieder nur die Segmente und Codes verwenden, die sie wirklich brauchen, so wie EANCOM als Subset von EDIFACT für den Handel.

T bis Z

TEST und PROD

TEST und PROD bezeichnen den Testbetrieb und den Echtbetrieb einer Anbindung. Im UNB-Segment kennzeichnet der Testindikator 1 eine Übertragung als Test, damit der Partner sie nicht verbucht. Umgeschaltet wird erst nach der Abnahme.

UN/CEFACT

UN/CEFACT ist das Zentrum der Vereinten Nationen für Handelserleichterungen und elektronische Geschäftsprozesse. Es gibt die EDIFACT-Verzeichnisse heraus, zum Beispiel D.01B im Jahr 2001.

UNB und UNZ

UNB und UNZ sind die Segmente am Anfang und Ende eines Interchange. UNB enthält Absender, Empfänger, Datum und eine Referenznummer, UNZ die Zahl der enthaltenen Nachrichten. Davor kann UNA die verwendeten Trennzeichen angeben.

UNH und UNT

Innerhalb des Interchange rahmen UNH und UNT jede einzelne Nachricht ein. UNH nennt Nachrichtentyp und Version, etwa ORDERS:D:01B:UN:EAN010, UNT zählt die Segmente der Nachricht.

VAN

Ein VAN (Value Added Network) ist ein privates Netz eines Anbieters, über das Partner ihre EDI-Nachrichten in Postfächer zustellen. Für die Übertragung fallen meist Gebühren an; viele Unternehmen sind deshalb auf Internetprotokolle wie AS2 gewechselt.

VDA 4905

VDA 4905 ist die Empfehlung des Verbands der Automobilindustrie von 1996 für Lieferabrufe im festen Satzformat (Flatfile). Der VDA hat sie durch VDA 4984 (Global DELFOR) ersetzt.

VDA 4913

Für Lieferschein- und Transportdaten im Flatfile-Format gibt es die VDA-Empfehlung 4913. Sie ist durch VDA 4987 (Global DESADV) ersetzt, laut VDA aber noch verbreitet im Einsatz.

Web-EDI

Web-EDI ist ein Browser-Portal, in das Sie Bestellbestätigungen, Lieferavise oder Rechnungen von Hand eintippen. Das Portal erzeugt daraus EDI-Nachrichten für den Kunden, Ihr ERP bleibt aber außen vor. Bei wenigen Belegen genügt das.

X.400

X.400 ist eine Normenreihe der ITU-T für den Austausch von Nachrichten über Mitteilungsdienste. Einige EDI-Dienstleister bieten X.400-Postfächer (Telebox) weiterhin an; edi-service.eu unterstützt X.400 nicht.

XRechnung

XRechnung ist der deutsche Standard für elektronische Rechnungen an öffentliche Auftraggeber. Er setzt die EU-Richtlinie 2014/55/EU um, wird von der KoSIT gepflegt und besteht nur aus XML, ohne PDF-Ansicht.

ZUGFeRD

ZUGFeRD ist ein hybrides Rechnungsformat: ein PDF für das Auge mit eingebetteter XML-Datei für die Maschine. Entwickelt wird es vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD).

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen EDIFACT und EANCOM?

EANCOM ist ein Ausschnitt aus EDIFACT, den GS1 für Handel und Konsumgüter festgelegt hat. Es nutzt dieselbe Syntax und dieselben Nachrichten, aber nur die Teile, die diese Branchen brauchen, und schreibt GS1-Nummern wie GLN und GTIN vor.

Ist eine EDI-Rechnung eine E-Rechnung im Sinne des Gesetzes?

Nicht automatisch: Eine E-Rechnung muss strukturiert sein und in der Regel der Norm EN 16931 entsprechen. EDI-Verfahren, die diese Anforderungen nicht erfüllen, dürfen laut Bundesfinanzministerium noch bis Ende 2027 verwendet werden.

Welche Kennungen brauche ich für EDI?

Das legt Ihr Partner im EDI-Leitfaden fest. Im Handel ist es meist eine GLN, in der Automobilindustrie mit OFTP2 eine Odette-ID, bei AS2 eine AS2-ID, die Sie mit dem Partner abstimmen.

Quellen

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