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Mein Kunde verlangt EDI. Was jetzt?

Klären Sie zuerst genau, was Ihr Kunde verlangt: welche Nachrichten, in welchem Format, über welchen Übertragungsweg und bis wann. Erst dann können Sie die drei Wege vergleichen: das Web-Portal des Kunden, einen EDI-Dienstleister oder eine eigene Anbindung. Die Antworten stehen meist im EDI-Leitfaden, den Ihr Kunde mitschickt.

Stand 18.10.2026 · fokus it solutions, Jens Musleh

Was EDI bedeutet

EDI (Electronic Data Interchange) heißt: Bestellungen, Lieferavise und Rechnungen gehen nicht mehr als PDF oder Papier hin und her, sondern als strukturierte Datei direkt von System zu System. Ihr Kunde spart damit Erfassungsaufwand und Tippfehler. Für Sie bedeutet es: Die Daten müssen aus Ihrem ERP in seinem Format bei ihm ankommen, und seine Bestellungen müssen in Ihr ERP.

Fünf Fragen an Ihren Kunden

  1. Welche Nachrichten? Typisch sind Bestellung (ORDERS), Lieferavis (DESADV) und Rechnung (INVOIC), in der Automobilindustrie auch Lieferabrufe (VDA 4905 oder DELFOR).
  2. Welches Format und welche Version? Zum Beispiel EDIFACT D.96A, EANCOM oder VDA. Der Leitfaden nennt das meist auf den ersten Seiten.
  3. Welcher Übertragungsweg? AS2, OFTP2, SFTP oder ein Netzwerk (VAN), siehe Übertragungswege im Vergleich. Dazu gehören Kennungen wie GLN, Odette-ID oder AS2-ID und der Austausch von Zertifikaten.
  4. Wie läuft der Test ab, und bis wann? Fast jeder Kunde testet vor der Freischaltung mit Testnachrichten. Fragen Sie nach Ansprechpartner, Testumgebung und Frist.
  5. Ist ein Dienstleister vorgeschrieben? Manche Kunden nennen einen Dienstleister nur als Empfehlung, andere schreiben ein Portal mit Zugang nur auf Einladung vor. Das entscheidet, ob Sie frei wählen können.

Drei Wege zur Anbindung

Web-Portal des Kunden (Web-EDI). Sie tippen Bestellbestätigungen und Rechnungen in ein Portal. Das kostet wenig (bei Anbietern wie cctop 60 bis 110 € im Monat laut Preisliste, beim Portal mancher Händler gar nichts), ist aber Handarbeit und erreicht Ihr ERP nicht. Geeignet bei wenigen Belegen und einem einzigen Kunden.

EDI-Dienstleister oder Clearing-Center. Der Dienstleister übersetzt zwischen Ihrem ERP und Ihren Partnern. Abgerechnet wird meist je Partner und je Nachrichtenart: einmalig für die Einrichtung, dazu monatlich. Die Daten laufen über die Systeme des Dienstleisters. Bequem bei wenigen Partnern, mit jedem weiteren Partner teurer.

Eigene Anbindung. Eine EDI-Software in Ihrem Haus, verbunden mit Ihrem ERP. Klassisch ein Projekt mit Lizenz und Beratertagen; Fachartikel nennen für das Erstprojekt eines mittelständischen Zulieferers 10.000 bis 40.000 € (HDX Solutions, Juli 2026). Im Gegenzug bleiben die Daten bei Ihnen, und jeder weitere Partner kostet weniger.

edi-service.eu ist eine eigene Anbindung zum Festpreis: Die Software läuft auf Ihrem Server, die Einrichtung übernimmt eine KI, und die Monatsgebühr hängt nicht an der Zahl der Partner.

Worauf Sie bei einem Angebot achten sollten

  • Einrichtungsgebühr je Partner und je Nachrichtenart? Rechnen Sie mit Ihrem echten Partnerbestand, nicht mit dem ersten Kunden.
  • Was kosten Mapping-Änderungen, wenn ein Partner sein Format ändert?
  • Wie viele Testläufe sind enthalten?
  • Ist die ERP-Anbindung im Preis oder ein eigenes Angebot?
  • Mindestlaufzeit und Vorauszahlung?
  • Wo liegen Ihre Daten, und wem gehören die Mappings, wenn Sie wechseln?

Was Sie jetzt tun können

Legen Sie den Leitfaden Ihres Kunden bereit und zählen Sie, wie viele Partner in den nächsten zwei Jahren EDI verlangen könnten. Mit diesen beiden Angaben lässt sich jedes Angebot vergleichen. Wenn Sie wissen wollen, ob edi-service.eu passt, schicken Sie uns eine Anfrage.

Häufige Fragen

Muss ich den EDI-Dienstleister nehmen, den mein Kunde empfiehlt?

Nicht in jedem Fall. Manche Kunden nennen einen Dienstleister nur als Empfehlung, andere schreiben ein Portal vor, zu dem es Zugang nur auf Einladung gibt. Was gilt, steht im Leitfaden oder im Anschreiben; im Zweifel fragen Sie direkt nach.

Wie lange dauert eine EDI-Anbindung?

Im klassischen Projekt dauert die erste Anbindung an einen Großkunden nach einer Fachquelle drei bis vier Monate, jeder weitere Kunde vier bis sechs Wochen (dasistweb, April 2026). Hinzu kommt die Testphase mit Ihrem Kunden. Mit edi-service.eu dauert die technische Einrichtung 30 Minuten.

Reicht das Web-Portal meines Kunden aus?

Bei wenigen Belegen und einem einzigen Kunden reicht es oft. Sie tippen die Daten aber von Hand ein, und nichts davon erreicht Ihr ERP. Kommen weitere Kunden mit EDI-Anforderungen dazu, wächst der Aufwand mit jedem Portal.

Was sollte ich bereitlegen, bevor ich Angebote einhole?

Den EDI-Leitfaden Ihres Kunden und eine Schätzung, wie viele Partner in den nächsten zwei Jahren EDI verlangen könnten. Mit beiden Angaben können Anbieter vergleichbare Preise nennen, und Sie sehen, ob sich ein Modell je Partner oder ein Festpreis eher lohnt.

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