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EDI-Dienstleister, Clearing-Center oder eigene Software?

Einen EDI-Dienstleister brauchen Sie nicht zwingend, aber für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist er der übliche Einstieg. Es gibt vier Wege: ein Web-EDI-Portal, ein Clearing-Center oder Managed-EDI-Anbieter, eigene EDI-Software im Haus und als neueres Modell Software zum Festpreis auf dem eigenen Server. Welcher Weg sich rechnet, hängt vor allem von der Zahl Ihrer Partner und Nachrichtenarten ab. Alle Preise auf dieser Seite stammen aus öffentlichen Preislisten und Artikeln, abgerufen am 16.10.2026.

Stand 18.10.2026 · fokus it solutions, Jens Musleh

Web-EDI-Portal

Beim Web-EDI erfassen Sie Belege von Hand in einem Portal, das sie als EDI-Nachricht an den Partner weitergibt. Ihr ERP ist nicht angebunden. Die Einrichtung ist meist kostenlos oder günstig, die laufenden Kosten sind niedrig:

  • cctop WebEDI: 60 bis 110 € im Monat, ohne Einrichtungsgebühr, unabhängig von der Zahl der Nachrichten
  • TrueCommerce Hub: ab 85 € im Monat für die Anbindung an einen Händler
  • Transus: 79 bis 249 € im Monat, bei monatlicher Kündbarkeit 99 bis 299 €, mit unbegrenzten Handelspartnern und Dokumenten und Schwerpunkt auf Lieferanten des Einzelhandels

Web-EDI passt, wenn Sie wenige Belege mit einem oder zwei Kunden austauschen. Der Unterschied zu echtem EDI ist auf der Seite EDI, Web-EDI und E-Rechnung erklärt.

Clearing-Center und Managed EDI

Ein Clearing-Center übersetzt zwischen Ihrem Format und dem Ihrer Partner und übernimmt die Übertragung. Die Nachrichten laufen über seine Systeme, die Mappings pflegt der Dienstleister. Managed-EDI-Anbieter gehen weiter und übernehmen Einrichtung, Tests und Betrieb; Retarus etwa schreibt „We handle the setup, mapping, validation and operations“.

Abgerechnet wird bei kleineren Anbietern meist je Beziehung, also je Partner und Nachrichtenart:

Anbieter Einrichtung Laufend im Monat
cctop 850 € je Konvertertabelle, 450 € je weiterem Partner 70 € inklusive 3 Beziehungen, je weitere 9,80 €
EDI+EXPERTS 800 € je Nachrichtenart, 400 € je weiterem Partner 60 € inklusive 3 Beziehungen, je weitere 10 €
COMPLAVIS 249,95 € je Partner, dazu Konvertierung, Tests und Produktivsetzung je Dokumententyp 34,95 € je Partner, 9,95 € je Dokumententyp

Andere Anbieter rechnen in Paketen nach Partnerzahl (TrueCommerce: ab 430 € im Monat bis 5 Partner, ab 850 € für 6 bis 19 Partner, Einrichtung nicht angegeben) oder nach Nachrichtenvolumen (Babelway: 99 € im Monat für 200 Nachrichten bis 35.000 € im Monat für 2,5 Millionen).

Auf Nebenkosten lohnt der Blick ins Kleingedruckte. cctop berechnet laut Preisliste 100 € für eine Mapping-Änderung auf Wunsch des Partners und 150 € auf Kundenwunsch. Die AGB von EDI Center sehen eine einmalige Onboarding-Gebühr je Serviceprofil vor, eine Mindestlaufzeit von zwei Jahren und kundenspezifische Mappings nach Aufwand. Andere Anbieter sind monatlich kündbar, COMPLAVIS etwa. Für die Dauer nennen Anbieter „in wenigen Wochen“ (EDI Center) oder „live within a few weeks“ (Retarus).

Eigene EDI-Software im Haus

Mit eigener Software laufen Konvertierung und Übertragung auf Ihren Servern. Große Plattformen wie SEEBURGER, Lobster oder Axway veröffentlichen keine Preise; sie werden meist als Projekt mit Lizenz und Beratung eingeführt. Fachartikel nennen für das Erstprojekt eines mittelständischen Zulieferers 10.000 bis 40.000 € (HDX Solutions) und für die Anbindung an einen Großkunden „mindestens 20.000+ EUR“ bei drei bis vier Monaten Dauer (dasistweb). Das sind Einschätzungen der Autoren, keine Preislisten.

Am anderen Ende stehen einzelne Bausteine zum Selbstbetrieb, etwa Übertragungssoftware für OFTP2 oder AS2. mendelson verlangt dafür ab 1.949 € je Lizenz, Wartung kommt hinzu. Mappings, ERP-Anbindung und Betrieb liegen dann bei Ihnen oder einem Berater.

Der Vorteil eigener Software: Daten und Mappings bleiben bei Ihnen, und weitere Partner kosten keine Gebühr je Beziehung. Der Nachteil sind Projektkosten und der Bedarf an eigenem Know-how.

Festpreis auf dem eigenen Server

Das vierte Modell verbindet eigene Software mit einem festen Monatspreis. Die Software läuft auf Ihrem Server, Einrichtung, Partneranbindungen und Mapping-Änderungen sind im Preis enthalten, und der Preis hängt nicht an der Zahl der Partner oder Nachrichten. Dafür betreiben Sie den Server selbst, inklusive Backup und Netzzugang für eingehende Verbindungen. Auf diesem Modell beruht edi-service.eu (Details unten).

EDI-Dienstleister und Alternativen im Vergleich

Kriterium Web-EDI-Portal Clearing-Center / Managed EDI Eigene Software (Projekt) Festpreis auf eigenem Server
Kostenmodell niedrige Monatsgebühr Einrichtung und Gebühr je Beziehung, Pakete oder Volumen Lizenz und Projekt, dazu Wartung fester Monatspreis
Weitere Partner je nach Portal kosten Einrichtung und laufend Aufwand, aber keine Gebühr je Beziehung im Preis
Datenhaltung beim Portalbetreiber beim Dienstleister im eigenen Haus im eigenen Haus
Mappings entfällt beim Dienstleister bei Ihnen bei Ihnen
ERP-Anbindung keine oft gesondert berechnet Teil des Projekts im Preis
Eigener Aufwand Belege abtippen gering hoch (Betrieb, Know-how) Server betreiben
Änderungen Sache des Portals oft je Änderung berechnet eigener Aufwand oder Berater im Preis
Laufzeit je nach Anbieter, teils monatlich kündbar von monatlich kündbar bis zwei Jahre Lizenzkauf, Wartung zusätzlich Mindestlaufzeit, danach monatlich kündbar

Welcher Weg passt zu welcher Partnerzahl?

Die folgende Einordnung beruht auf einer eigenen Rechnung mit den Listenpreisen oben. Annahme: drei Nachrichtenarten je Partner, Einrichtung auf 36 Monate verteilt, ohne ERP-Anbindung und ohne Mapping-Änderungen. Die Rechnung im Detail steht unter Was kostet eine EDI-Anbindung?.

  • Ein Kunde, wenige Belege: Web-EDI für 60 bis 110 € im Monat oder ein Pauschalangebot für Handelslieferanten ist am günstigsten.
  • 3 bis 5 Partner: Kleine Clearing-Center liegen umgerechnet bei etwa 250 bis 410 € im Monat und sind meist die günstigere Wahl.
  • Etwa 10 Partner: Die Kosten im Modell je Beziehung erreichen rund 700 bis 750 € im Monat, noch ohne ERP-Anbindung. Hier lohnt der Vergleich mit Festpreis und eigener Software.
  • 20 Partner und mehr: Im Modell je Beziehung sind es rund 1.300 bis 1.400 € im Monat. Ein Festpreis oder eigene Software ist dann meist günstiger, weil weitere Partner nichts extra kosten.

Neben dem Preis zählen Formate und Übertragungswege. Verlangt ein Partner OFTP2 oder VDA, scheiden reine Handelsportale oft aus; ist ein Partner nur über X.400 oder ein VAN erreichbar, braucht es einen Anbieter, der das anbietet. Mehr dazu unter Übertragungswege.

So ordnet sich edi-service.eu ein

edi-service.eu folgt dem vierten Modell: Mietlizenz für Ihren eigenen Debian-13-Server, 890 € netto im Monat zzgl. USt., unabhängig von Partnern und Nachrichten, mit Mindestlaufzeit sechs Monate. Eine KI richtet die Anbindungen aus den Unterlagen Ihrer Partner ein, zuerst im Testbetrieb. Nicht enthalten sind X.400, VAN-Postfächer, ein Web-EDI-Portal für Partner und Peppol; die OFTP2-Komponente ist nicht Odette-getestet. Weitere Antworten stehen unter Häufige Fragen. Wenn Sie Ihren Fall durchrechnen möchten, können Sie eine Anfrage stellen.

Häufige Fragen

Was ist ein Clearing-Center im EDI?

Ein Clearing-Center ist ein Dienstleister, der EDI-Nachrichten zwischen Ihnen und Ihren Partnern übersetzt und überträgt. Sie schicken Ihre Daten in einem Format, das Ihr ERP erzeugen kann, und das Clearing-Center liefert sie im Format des Partners aus. Abgerechnet wird meist je Partner und Nachrichtenart.

Was kostet ein EDI-Dienstleister im Monat?

Bei kleinen Clearing-Centern beginnt die Grundgebühr laut Preislisten bei 60 bis 70 € im Monat für drei Beziehungen, jede weitere kostet etwa 10 € im Monat. Dazu kommen einmalige Einrichtungsgebühren von 400 bis 850 € je Beziehung. Pakete nach Partnerzahl beginnen bei TrueCommerce bei 430 € im Monat für bis zu fünf Partner.

Kann ich den EDI-Dienstleister später wechseln?

Ja, aber prüfen Sie vorher Laufzeit und Mappings. Manche Verträge laufen zwei Jahre, und die Mappings liegen beim Dienstleister. Bei einem Wechsel müssen sie dann neu erstellt und mit jedem Partner getestet werden.

Muss ich den Dienstleister nehmen, den mein Kunde empfiehlt?

Nicht immer. Oft gibt der Kunde nur Format und Übertragungsweg vor; dann können Sie frei wählen. Manche Kunden schreiben aber ein bestimmtes Portal vor. Fragen Sie nach, bevor Sie Angebote einholen, siehe auch Mein Kunde verlangt EDI.

Quellen

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